Tanz im 20. Jahrhundert

Das 20. Jahrhundert in den USA


Mit Ende des 19. Jahrhunderts betreten neue Tanzströmungen auf die Bühnen. Tänzer beginnen mit Licht und Tontechnik zu experimentieren. Auch Materialien wie Stoffe, Stangen, Metall sowie phosphoreszierende Kostüme werden zum Tanzen eingesetzt. Die Schauspielerin, Loie Fuller (1862 - 1928), experimentiert sehr erfolgreich mit diesen Effekten.

 

In Deutschland und Amerika entsteht der Moderne Tanz. Die Tänzerin, Isadora Duncan gilt als Wegbereiterin dieser Stilrichtung. Sie will ihre seelischen Anliegen auf der Bühne darstellen und bedient sich neuartiger Bewegungen (angelehnt an alte mythische Bilder) und luftiger Tanzkleidung, die an griechische Tuniken erinnert.

Der Tanz avanciert immer mehr zu einem individuellen Ausdrucksmittel. Neue Formen und Bewegungen werden erprobt, neuartige Tanztechniken entwickelt, die vom klassischen Ballett stark abweichen.

 

1904    Eröffnung der ersten Schule für Ausdruckstanz durch Isadora Duncan in Berlin

 

1915    Gründung der Denishawn - Schule in L.A. von Ruth St. Denis und Ted Shawn. Erste Schule für Bühnentanz ohne klassisches Ballett als zentrales Fach. Inspiration anstelle von Technik ist Inhalt der Ausbildung

 

            Aufgeführte Inszenierungen befassen sich mit Religion -

 

1931    Brother Sun and Sister Moon, Mythen der Urvölker Europas und Amerikas und Asiens -

1930    Der Stiergott,

1919    Jap. Speertanz,

1929    Prometheus

1930    Vier Tänze zu amerikanischer Volksmusik
           ebenso wie mit der Industrie -
 

1931    Pazifik 231

1922    Umzug der Schule nach N.Y.

           Berühmte Schüler:

            Martha Graham(1894 - 1976)

            Charles Weidmann(1901 - 1975)

            Doris Humphrey(1895 - 1958)

1928    Gründung der Humphrey-Weidmann-Schule in N.Y.

 1933    Gründung des Tanzzentrums "Jacobs Pillow", später Tanzuniversität durch Ted Shawn

 

Das 20. Jahrhundert in Europa

Mary Wigman
Laban-Technik

Im Gegensatz zur Tanzbewegung in den USA, die sich klar als Gegenbewegung zum klassischen Ballett sieht, hat sich in Deutschland der Moderne Tanz aus der Gymnastiktradition heraus gebildet.

Ganz besonderen Stellenwert trägt meiner Meinung nach die Arbeit der Schule in Hellerau:

Emile Jacques Dalcroze gründet in Dresden Hellerau die Bildungsanstalt für Rhythmik, Musik und Körperbildung. Hier wird Rhythmische Gymnastik, Solfiège (Gehörbildung) und Musikalische Improvisation unterrichtet. Um seine pädagogische Methode noch mehr zu verbreiten, gründet er 1912 eine Zweigstelle in Dresden und in Berlin. Im gleichen Herbst folgen weitere Zweiganstalten in Petersburg, Moskau, Wien, Prag, Frankfurt am Main, im Herbst 1913 in Breslau, Nürnberg, London, Warschau und Kiew.

Anlässlich der Schulfeste in der Gartenstadt Hellerau strömt die intellektuelle Elite aus halb Europa nach Hellerau, dem "Bayreuth des Rhythmus" (O. Bie)

In den Folgejahren wird diese Schule zum Vorbild und Treffpunkt für viele Protagonisten des Tanzes jener Zeit.

1912 z.B. bekam man als Gast in Hellerau " ... neun Vorstellungen von drei verschiedenen Programmen zu sehen, bei denen 250 Leute mitwirkten - zunächst Vorführungen der rhythmischen Gymnastik, die in Gruppenübungen zu Musik von Bach und Mendelssohn mündeten, danach kamen dann Pantomimen, die kleinere Geschichten erzählten und die in der von Jacques Dalcroze selbst komponierten Kantate "Echo und Narziss" gipfelten. Zum Schluss die große Hades-Szene aus Glucks "Orpheus und Euridike....". Der Erfolg war so enorm, dass man sich 1913 zur Aufführung von Glucks ganzer Orpheus-Oper entschloss, die ..." die Anwesenden ganz ungeheuerlich beeindruckt haben muss..."

1914 wurde die Schule aus politischen Gründen geschlossen. Dalcroze siedelte um nach Genf, wo er bis 1950 lebte.

1919 wurde die Schule unter der Leitung von Valeria Kratina und Christine Baer-Frisell wiedereröffnet. Die Fächerauswahl war nun mehr auf den Tanz bezogen. Schüler dieser Schule waren u.a. Hanya Holm und Rosalia Chladek.

1925 siedelte die Schule ins ehemalige kaiserliche Schloss Laxenburg bei Wien um.

1938 wurde die Schule kurz nach der Annexion Österreichs durch die Nationalsozialisten geschlossen.

 
Auch Mary Wigman begann 1910 in Hellerau ihre Ausbildung. Dort lernte sie Rudolf von Laban kennen, mit dem sie einige Jahre lang intensiv zusammenarbeitete, obwohl ihre Stile und Ansätze außerordentlich unterschiedlich waren.

Während Rudolph Laban Deutschland nach der Machtergreifung der NS verlassen musste und nach England emigrierte, wo er das Laban - Center gründete, blieb Wigman im Lande und arbeitete weiter, obwohl sie ab 1937 nur noch Solo-Auftritte geben durfte und am liebsten "totgeschwiegen" worden wäre.

Sofort nach dem Krieg nahm sie jedoch ihre Arbeit als Choreographin und Pädagogin wieder auf und tanzte, unterrichtete bis 1967.

Der Nationalsozialismus führte dazu, dass der moderne Ausdruckstanz in Deutschland an allgemeinem Ansehen verlor und sich eigentlich erst in den letzten 20 Jahren in mühsamer Arbeit wieder etablieren konnte.

Tänzer und Pädagogen wie Kurt Joos, Susanne Linke, Gret Palucca, Maja Lex, Michael Diekamp u.a. trugen dazu bei, dass der deutsche Ausdruckstanz (im Ausland German Dance genannt) nicht ausstarb und heutzutage ein Revival erleben darf. Dennoch ist die amerikanische Graham - oder Limòn-Technik weitaus bekannter als die Laban -, Joos-,  oder Wigman-Technik oder als der Elementare Tanz von Maja Lex.

 

Die Wurzeln des Jazz Dance

"Auch Tanzgeschichte ist Machtgeschichte", das gilt besonders für den afro - amerikanischen Tanz in den USA.

Die Geschichte des Jazz Dance beginnt im Amerika des 17. Jahrhunderts, in der Zeit, in der Millionen von schwarzen Sklaven nach Nordamerika deportiert wurden. Die ersten schwarzen Sklaven für Nordamerika wurden 1619 in Virginia ausgeladen. Die letzten Sklaven wurden 1865 befreit.

Da die weißen Siedler des 18. Jahrhunderts ihre schwarzen Sklaven zunächst als animalische, bestenfalls naive Barbaren betrachteten und behandelten, war es auch selbstverständlich, dass jegliche Tänze der Schwarzen nur primitive Nachahmungen weißer Tänze sein konnten. So erhielten die schwarzen Tänze, sofern sie nur irgendwie den weißen Tänzen ähnlich waren, weiße Namen. Wenn also ein schottischer Siedler behauptete, einen Schwarzen gesehen zu haben, der einen Jig tanzte, so handelte es sich mit größter Wahrscheinlichkeit eigentlich um einen sudanesischen Klopftanz, der sehr ähnliche Schrittformen aufweist. Also wurde dieser Tanz von den Weißen "Negro Jig" genannt.

Selbstverständlich gab es schon seit dem 17.Jahrhundert derartige Übernahmen weißer Tänze durch die Schwarzen, jedoch imitierten die Sklaven eher im Scherz die Quadrillen, Cotillons, Polkas oder Virginia Reels ihrer Herren.

Die Sklavenhändler kannten von ihren Aufenthalten in Afrika die Tanzleidenschaft der Afrikaner. So ist es nicht verwunderlich, dass sie diese Leidenschaft ausnutzten, indem sie die Schwarzen auf ihren Schiffen tanzen ließen. So blieben die Sklaven nicht nur munterer während des Transports, sondern auch gesünder.

Bei den Versteigerungen auf dem Festland der Siedler wurde dieses Tanzen als Werbemaßnahme fortgesetzt, denn ein guter Tänzer galt auch als guter und kräftiger Arbeiter. Daher bestimmte der Tanz sogar den Verkaufspreis.

Die weißen Herrschaften führten ihre tanzenden Sklaven auch gerne ihren Besuchern als exotische Attraktion vor. Oft wurden die besten Tänzer mit Preisen belohnt.

Wegen ihrer Begabung für Rhythmus, Musik und Tanz waren schwarze Tanzmusiker bei weißen Bällen sehr beliebt. Viele Herren ließen ihre Sklaven daher auch im Spiel europäischer Instrumente unterrichten. Die schwarzen Tänzer und Musiker wurden oft gegen Geld an andere Herren ausgeliehen.

Der Tanz und die Musik, welche die Afrikaner so liebten, konnten so zum Fluch der Schwarzen werden. Andererseits retteten die Afro - Amerikaner auf diese Weise ihre traditionelle Musik - und Tanzkunst, besonders, da sie ja nicht nur für ihre Herren musizierten und tanzten, sondern auch unter sich selbst.

Die wichtigsten Tanzstile, die nach Nordamerika importiert wurden sind:

·         der Sudanische Klopftanzstil

·         der westafrikanische Soft Shoe

·         der polyzentrisch-binnenkörperliche Congo -Stil

 
Während sich in Virginia irischer Jig und sudanischer Klopftanz langsam zum Step Dance vermischten, wurde in New Orleans der als obszön angesehene Pelvis-Tanz des Congo - und Bantu-Stils zur Attraktion. Aus diesem Stil entwickelte sich der Jazz Dance.

Zuerst mussten sich die Afrikaner, die nach der Proklamation Abraham Lincolns zum Präsidenten in den Südstaaten für frei erklärt worden waren und 1865 in ganz Nordamerika zu freien Bürgern wurden, sich wirtschaftlich und gesellschaftlich emanzipieren und ein eigenes politisches Bewusstein erlangen, was 1905 durch eine Konferenz zur Verteidigung der Rechte der Neger mehr oder weniger gewährleistet war, bevor sich um 1915 Begriffe wie Jazz - Musik und Jazz - Dance erst etablieren konnten.

Das Wort  Jazz leitet sich aus allen möglichen Wurzeln ab. Allerdings haben neuzeitliche Forschungen ergeben, dass das Wort als Haupt - und Zeitwort eindeutig afro - amerikanischen Ursprungs ist. Seine ursprüngliche Bedeutung als Hauptwort war: Kraft, Heftigkeit, ekstatische Erregung, erotische Bewegung und Ekstase. Als Zeitwort gibt es heute noch: jazz around und jazz up.

Jazz around bedeutet: dauernd in Bewegung und Erregung sein

Jazz up: aktivieren, begeistern, in ekstatischen Zustand versetzen.

Im Tanz begegnet man dem Wort Jazz im Jahr 1909. Damals ist die Rede von einer Figur, die Jazzbo Glide genannt wurde.

 
1917 gelang der Original Dixieland Jazz Band der Durchbruch des Jazz beim weißen Publikum und der schwarze Komponist, W.  O. Benton Overstreet publizierte eine Tanzsuite unter dem Namen "Jazz Dance". Der Untertitel "Song and Foxtrott". Alle vier Tänze dieser Suite waren Congo - Pelvis - Tänze: Texas Tommy, Eagle Rock, Shimmy und Buzz. Letzterer war ein Tanz mit shuffling steps und flatternden Armen. Der Shimmy enthielt Mooches, Huftstöße nach links und rechts und wirls around, also Hüftkreise, außerdem eine Motion, die erst wieder in den modernen Soul - Tänzen der sechziger Jahre auftauchte: Going to the Ground. Damit waren Hüftkreise gemeint, die sich spiralförmig nach unten bewegten. Sway the knees, sind Motionen geschlossener Knie nach rechts und links.

Zwischen 1919 und 1922 erreichte der Jazz Dance Europa. Die Deutsche Nachrichtenagentur berichtete: "Der Jazz ist der Modetanz von heute....".

Andere schrieben: " Er schlägt jeden Ansatz von Würde, von korrekter Haltung, ... von Stehkragen in Grund und Boden.... Der deutsche Oberlehrer kann ihn nicht tanzen. Der preußische Reserveoffizier kann ihn nicht tanzen. Wären doch alle Minister und Geheimräte und Professoren und Politiker verpflichtet, zuweilen öffentlich Jazz zu tanzen."

Nach 1925 trennten sich die Wege von Jazz Dance und Tap Dance. 1929 erschien das erste Lehrbuch des Tap Dance von A. Tamaroff. Im gleichen Jahr befasste sich die Zeitschrift "Dance Magazine"  den ersten seriösen Artikel über Jazz Dance. Darin hieß es: " Es handelt sich um einen Tanzstil, in dem der ganze Körper als Mittel des Ausdrucks eingesetzt wird. Jazz Dance bildet den äußersten Gegensatz zum klassischen Ballett, in dem der Torso völlig ruhig gehalten wird. Im Jazz Dance jedoch sind die Hüften, der Bauch, die Brüste genauso wichtig wie die Beine."

1926 eröffnete in Harlem das Savoy seine Pforten als Tanzlokal für schwarze und weiße Tanzbegeisterte. Dort entstanden neue Tänze, und es spielten dort fast alle berühmten Orchester jener Zeit. Die große Harlemer Zeit dauerte jedoch nur so lange an, wie die amerikanische Wirtschaft blühte und auch den Schwarzen gutbezahlte Arbeitsplätze geboten wurden. Die mit dem Bankenkrach im Oktober 1929 einsetzende Wirtschaftskrise machte schon1930 aus dem Himmel von Harlem das berüchtigte Ghetto von heute.

Ein weiterer wichtiger Aspekt der Etablierung des Jazz Dance sind die Negro Musicals, die häufig Auslöser für Modetänze in den USA und Europa waren. So wurde der Charleston z.B. 1923 berühmt durch das Musical "Runnin' Wild", das 1926 uraufgeführte Miusical "White Scandals" machte den Black Bottom zum Modetanz, und die Show "Blackbirds" wurde 1927 nach achtzehn Monaten Laufzeit am Broadway auch noch sechs Monate lang in Paris gezeigt.

Ab 1940 befassten sich schwarze Tänzer mit dem klassischen Ballett und dem Modern Dance der Weißen und die Weißen entdeckten für sich den Jazz Dance. So entstanden jene Synthesen, wie sie heute noch gelehrt und gelernt werden.

Ab 1960 gab eine Rückbesinnung auf die Wurzeln des reinen Jazz Dance, die mit der schwarzen Rebellion(Black Power) einherging. Gleichzeitig entstand in Europa Ende der sechziger Jahre die Jazzgymnastik.

Inzwischen haben der Breakdance ab Ende der siebziger Jahre, Hip Hop aus den Achtzigern, der Street Dance der neunziger Jahre und andere Tanzstile den Jazzdance nahezu abgelöst. Jedoch ist klar, dass auch diese Tanzstile von den Schwarzen Amerikas entwickelt wurden und eigentlich immer wieder das Gefühl der Schwarzen in ihrem jeweiligem Zeit - und Gesellschaftsbezug wiederspiegeln, so wie damals in der Entstehungszeit des Jazz.

Quelle: jazz dance - Geschichte/Theorie/Praxis
von H.Günther

Kindertanz und Kinderballett(Art. DGymB 9/2008)

freier Tanz
Besenschwingen im Hexentanz

Kindertanz – Öffnung zum Körperbewusstsein

Bevor ein Kind mit dem Klassischen Ballett beginnen kann, wird es im Kindertanz darauf vorbereitet. Dabei ist es wichtig, schon den vier- bis fünfjährigen Kindern Rhythmisches Gefühl, Musikalität, spielerisch, szenisches Darstellen und Disziplin nahe zu bringen. Ich selbst habe beobachtet, dass der Tanzunterricht mit den Allerkleinsten häufig auf der rein spielerischen Ebene bleibt und kaum technische Ansprüche an die Kinder stellt. Kinder gleichen Alters in anderen sportlichen Disziplinen, wie Fußball, Tennis oder asiatischen Kampfsportarten lernen die Sporttechnik von Anfang an, während in Ballettschulen mehr Wert auf den reinen Spaß gelegt wird, das heißt, dass Ballettlehrer/-innen sich bei kleinen Kindern mehr auf das rein spielerische Moment konzentrieren als auf technische Ambitionen.

 

Meine Erfahrung ist es jedoch, dass die Kinder bei direkter, stetiger und kontinuierlicher Einführung in die technischen Feinheiten des Tanzes, schon im Kindergartenalter bald nach Beginn des Kurses fähig sind, die angeleiteten Bewegungen auszuführen und bewusster mit ihrem Körper umzugehen.

 

In einer Gruppe ist die körperliche Konstitution von Kind zu Kind sehr verschieden. Es gibt immer welche, die ihre Beine und Füße schon strecken können, wenn sie den Kurs beginnen, andere haben noch gar kein Gespür für irgendwelche Körperteile. Andere wiederum haben schon ein gutes musikalisches Gehör, während wieder andere voller Phantasie stecken, wenn es darum geht, frei zu tanzen. Diese von den Kindern mitgebrachten Qualitäten und die Tatsache, dass Kinder auch voneinander abschauen und sich bald an anderen messen, nutze ich im Unterricht. Zum Beispiel hatte ich mal eine Gruppe, in der mir jede Woche zwei Kinder eine kleine Tanzsequenz vorführten, die sie sich vor dem Unterricht ausgedacht hatten. Bald hatte jeder in der Klasse etwas vorzuführen, und ich konnte beobachten, dass sich die gesamte Gruppe durch dieses Verhalten innerhalb von zirka sieben Wochen gegenseitig diszipliniert hatte und plötzlich alle Kinder in der Klasse große Fortschritte in Technik und Kreativität vollzogen.

 

Gibt man den Kindern viel, dann verarbeiten sie viel und geben einem als Lehrer ein Mehrfaches zurück. Das ist in all den Jahren eine meiner schönsten Erfahrungen. Zudem sind diese Kinder, wenn sie ab zirka sechs Jahren mit Vorballett und später mit Ballett beginnen, schon auf einem hohen technischen Level ansprechbar.

 

Meine Kindertanzstunden sind immer aufgebaut, wie folgt:

Aufwärmtanz

Bodenübungen für Rücken und Füße

Ballettvorübungen im Stehen

Freier Tanz oder gemeinsames Spiel zur Entspannung

Gymnastische Übungen im darstellenden Spiel als Phantasiegeschichte

Schritte und Schrittkombinationen im Raum

 

Der Aufwärmtanz oder die acht Grundbewegungen

In einer Gruppe mit ganz kleinen Kindern ist es wichtig, den Kindern schon zu Beginn der Stunde ein Gefühl des Erfolgs zu geben, damit sie keine Angst vor eigenem Versagen bekommen. Der Tanz der acht Grundbewegungen hat sich als sehr geeignet erwiesen: Die meisten der acht Grundbewegungen sind oft schon aus dem Turnunterricht im Kindergarten bekannt. Es sind: Gehen, Laufen, Springen, Hüpfen, Seitgalopp, Trippeln, Drehen auf den Zehen und Stehen auf einem Bein.

 

Grundsätzlich führe ich schon bei diesem ersten Tanz und auch allgemein im Kindertanzunterricht ein, dass die Arme nicht locker herumhängen und um den Körper schlenkern können, sondern dass sie von Anfang an, und wenn ich keine nähere oder andere Angabe mache, in der Taille eingestützt werden. Das zwingt den Rücken immer in die aufrechte Haltung und führt die Kinder in ein erstes Bewusstsein für Verbindungen der Körperteile untereinander.

 

Das Gehen führe ich sogleich als eine der schwierigsten Bewegungen ein. Beim Gehen (wie eine Ballerina) sollen die Kinder darauf achten, dass sie erst die Fußspitze und dann den ganzen Fuß aufsetzen. Die Hände halten entweder das Tanzröckchen zwischen den so genannten Ballettfingern (Daumen und Mittelfinger), oder sie sind in der Taille eingestützt. Das ist für manche Eleven anfangs sehr schwierig, einige Kinder kommen beim Gehen ins Stocken, andere gehen erst nur auf den Zehenspitzen. Doch nach ein paar Wochen beherrschen alle diese Art zu gehen und der erste Schritt zum Bewusstsein für den eigenen Körper im Tanz ist getan.

 

Beim Laufen werden die Kinder dazu angehalten, bei jedem Laufschritt mit den Füßen den Po zu berühren(zu küssen). Die Hände sind auf dem Rücken gefasst, was den Schulterbereich öffnet.

 

Beim Springen setze ich die Konzentration darauf, dass das Springen am Platz stattfindet. Die Kinder springen im Schlusssprung mehrmals auf und ab und achten darauf, dass sie sich nicht vor- oder rückwärts bewegen. Die Hände sind wieder eingestützt.

 

Hüpfen nennen wir immer „von einem Bein aufs andere hüpfen“, um deutlich zu machen, dass diese Bewegung, die wieder durch den Raum geht, anders ist als das Springen. Die Hände werden eingestützt. Im späteren Verlauf des Kurses führe ich eine Armposition ein, bei der eine Hand eingestützt ist, die andere über dem Kopf gehalten wird.

 

Beim Seitgalopp sind die Arme zur Seite ausgestreckt, damit das Kind sich bewusst seitlich durch den Raum bewegt. Hier darf jeder sein sog. “Schokoladenbein“ verwenden, denn gerade der Seitgalopp ist ein Schritt, welcher im Alter von 4 – 5 Jahren oft nur einseitig beherrscht wird.

 

Trippeln und Drehen auf den Zehen sind eine für das Ballett besonders wichtige Bewegung. In kleinen Schritten auf den Ballen bewegen sich die Kinder durch den Raum und drehen sich auch mit Schritten auf den Ballen um die eigene Achse. Die Arme sind über dem Kopf erhoben (klassische 3.Armposition).

 

Auf einem Bein zu Stehen haben die Kinder irgendwann von sich aus als Kunststück deklariert. Die Ausführung ist frei gewählt. Ich biete ihnen ein paar Variablen an, indem ich sie vorzeige, wie zum Beispiel Stehen mit angewinkeltem Bein, mit gestrecktem Bein vorne oder hinten etc.

 

Für diese acht Grundbewegungen suche ich Musiken, die viele Tempi anbieten, so dass man zu jedem musikalischen Wechsel eine eigene Bewegung machen kann. Ich rufe dementsprechend die Grundbewegung, die jeweils ausgeführt werden soll, in den Raum hinein. Die Kinder reagieren spontan. Besonders gut ist es, wenn jede Bewegung in der Musik wieder zu erkennen ist, so dass die Kinder nach mehrmaligem Üben selbst erkennen können, wann sie welche Grundbewegung machen können. Musikstücke, die sich besonders gut dafür eignen, sind zum Beispiel von Mozart „Eine kleine Nachtmusik“, 1.Satz, oder von Bizet “La Farandole“.

 

Schon in den ersten 10 Minuten des Unterrichts erleben die Kinder, dass sie schon etwas können und sie tanzen sich gleichzeitig warm. Häufig sind sie nach diesem ersten Tanz ein bisschen erschöpft. Daher lasse ich sie auf dem Boden weiter trainieren.

 

Aufwärmtraining am Boden

Das Bodentraining besteht aus Übungen, die aus der Gymnastik gut bekannt sind wie z.B. Anspannung und Entspannung der Gesamtmuskulatur im Liegen, fließend oder mit einem Akzent mit der Trommel.

 

Besonders schwierige Übungen bekommen einen Namen, einen Charakter, damit sie nicht als schwer empfunden werden. Da gibt es z.B. im Strecksitz den „faulen Rücken“, der ganz krumm ist und schläft, bis der Wecker klingelt - da ringeln und klingeln die Kinderstimmen - und den Rücken weckt. Der wache Rücken sitzt ganz gerade im Strecksitz.

 

Oder es gibt die „Kaspersfüße“, die sich im Strecksitz strecken sollen, aber immer wieder sagen: “nee, ich mag nicht…“ und sich wieder beugen. Am Ende der Übung krabbeln die Finger leise auf den gestreckten Beinen hin zu den gebeugten Zehen mit den Worten: „Na wartet ….dann… pack ich euch!“ und greifen bei gestreckten Beinen die angewinkelten Füße und halten sie fest. Diese wiederum fangen an zu zappeln und rufen: „Lass mich los, Hilfe, Hilfe…!“ Die Kinder fragen die Füße, was sie denn dafür bekämen, wenn sie sie losließen, und die Zehen versprechen, sich zu strecken. Das Strecken der Zehen ist der Schluss der Übung.

 

Vorbereitende Übungen für Ballett im Kreis:

Im Kreis stehend erkläre ich den Kindern die Wichtigkeit der Körperspannung. Dabei bediene ich mich eines Paradoxons: „Der Bauch findet Ballett doof und versteckt sich.“ Die Kinder ziehen den Bauch ein. Wesentlich schwieriger ist die Ausführung der Pospannung, das „Pokneifen“. Ich verwende dazu das Bild, dass jeder einen Diamanten oder ein Geldstück zwischen den Pobacken verstecken und aufpassen müsse, dass es nicht heraus fällt.

 

Der Strickstrumpf: Die Kinder stehen mit geschlossenen Beinen im Kreis. Ein Fuß wird etwas angehoben und geschüttelt. Dann wird der Fuß auf dem Ballen neben den Anderen gestellt. Das ist der Stöckelschuh. Daraufhin wird der Fuß gestreckt bis nur noch die Spitze des Fußes den Boden berührt. Das ist der Spitzenschuh. Dann wird der Fuß mit einem lauten Stampfer flach neben den anderen gesetzt. Das ist der Wanderschuh. Diese vier Bewegungen werden mehrmals nacheinander durchgeführt. Die Kinder lieben besonders das Schütteln und das Stampfen.

 

<srong>Die Fußpositionen: Direkt in der ersten Tanzstunde lernen die Kinder die Grundposition der Füße (1. und 6. Ballettpostion) und Kniebeugen (demi plié). Die Kinder bemühen sich, die Beine geschlossen und gestreckt nebeneinander zu stellen. Das ist die 6. Position. Dann krabbeln die Zehen nach außen bis sie ein kleines Dreieck bilden, die Fersen aneinander bleiben. Das ist die 1.Position. Die Kinder benennen diese Positionen.

 

Die Kniebeugen (pliés): In den oben genannten Fußpositionen werden beide Knie fließend so tief gebeugt, dass die Fersen gerade noch auf dem Boden gehalten werden können, und dann wieder gestreckt. Wichtig ist, dass die Knie immer genau in dieselbe Richtung gedreht und geöffnet werden, wie die Zehen ausgerichtet sind, also nach vorne, wenn die Füße in der 6. Position stehen und nach außen, wenn die Füße in der 1.Position stehen. Wenn die Vier- bis Fünfjährigen diese Übungen beherrschen, meist nach einem Trimester, verbinde ich das Gelernte mit weiteren Übungen, wie auf die Zehen heben (élévé) und trippeln und strecken des Beins nach vorn mit gestreckten Zehen (Battement tendu).

 

Kreatives und Darstellendes Spiel

Mindestens ein Drittel des Unterrichts ist einer Geschichte vorbehalten, die von den Kindern getanzt wird. Sie stellt für die Kinder den spielerischen Teil des Unterrichts dar. Dabei machen sie unbemerkt tänzerische und gymnastische Übungen. In anderen Übungen wiederum geht es darum, die Phantasie und das musikalische Empfinden der Kinder zu wecken, anzuleiten und zu fördern. Diese Geschichten wechseln ungefähr alle vier bis fünf Wochen. Sie werden unabhängig vom Aufbau des Ballett-Trainings angeboten.

 

Für die Geschichten lasse ich mich inspirieren von Kinderbüchern und Märchen. Von der „Raupe Nimmersatt“ bis zu „Peterchens Mondfahrt“ oder einfach eigenen Erzählungen von einem Ausflug in ein Spielzeuggeschäft oder zum Rummelplatz, wähle ich die Geschichten passend zum Alter der Kinder aus. Wenn ich mit Kinderbüchern arbeite, bringe ich diese auch mit in den Unterricht, zeige den Kindern die Bilder und umreiße kurz die Handlung der Geschichten. Danach oder begleitend führen die Kinder die Geschichten im Tanz aus. Je erfahrener die Kinder durch das Training sind, umso eher bringen sie auch eigene Ideen und Ausführungen mit ein, die man als Lehrer gerne berücksichtigen sollte. Das fördert bei den Schülern/innen das Gefühl der eigenen aktiven Mitarbeit.

 

Für dieses Stundenbild habe ich eine Geschichte ausgewählt, die jetzt im frühen Herbst gut passt. Es ist die Geschichte der tanzenden Waldhexen. Die Bücher der „Kleinen Hexe“ oder von „Hexe Lilli“ können zur Einführung und zur Inspiration verwendet werden.

 

Die Geschichte der tanzenden Waldhexen

Für die Geschichte brauchen wir Besen oder Holzstöcke als Requisiten.

 

Erwachen der Hexen: „Im Altweibersommer ist es Zeit für die Hexen und Waldwesen, vom Sommernickerchen aufzuwachen und sich auf den Herbst und das Hexenfest vorzubereiten.“ Alle Kinder liegen frei im Raum herum und schließen die Augen. Ich lasse die ersten drei Minuten aus Andreas Vollenweiders „Behind the gardens - Behind the wall…“ erklingen. Man hört dort Vogelgezwitscher und Gnomengekicher. Dann kommt wie von Ferne eine zarte Musik heran, die die Hexen weckt. Alle Kinder räkeln, recken und strecken sich, reiben sich die Augen, schütteln ihre Gliedmaßen aus und stehen langsam auf, waschen sich und ziehen sich ihre imaginäre Kleidung an.

 

Die Schlafhexe: „Eine Hexe ist noch nicht wach. Sie schläft sogar noch im Stehen“. Die Kinder stehen mit hüftbreit geöffneten Füßen im Kreis. Die Hände sind auf dem Rücken verschränkt. Der Rücken neigt sich langsam nach vorne zu den Knien, wobei der Kopf versucht, ganz zuletzt nach vorne zu fallen. Der Rücken ist dann rund über den Beinen gebeugt. Dann rollen die Kinder den Rücken Wirbel für Wirbel wieder auf, bis der Kopf auch wieder aufrecht steht. Diese Übung nenne ich auch Rückenrolle. Sie wird mehrmals langsam wiederholt. Dabei machen die Kinder Schnarchgeräusche.

Lernziel: Schultergürtelöffnung, Wirbelsäulenstärkung, Balance.

 

Die Weckhexe: „Die anderen Hexen gehen zu ihrem Häuschen und wollen die Hexe wecken. Doch die hat einen magischen Bannkreis um ihren Garten gezogen und deswegen müssen sich die Hexen weit über den Gartenzaun strecken, um an die Tür klopfen zu können. Die Kinder stehen mit geschlossenen Füßen im Kreis. Vor ihnen ist der imaginäre Garten der Schlafhexe. Sie neigen den Rücken gestreckt vor und klopfen mit der rechten Hand dreimal an die imaginäre Tür und sagen „Poch, poch. poch“. Sie wiederholen das Klopfen noch einmal. Dann strecken sie den Rücken noch mehr vor, um mit ans Ohr angelegter Hand zu horchen, ob sich im Hause schon etwas bewegt. Dann richten sie sich wieder gerade auf, strecken den rechten Arm aus und schwingen ihn in einer ausholenden Bewegung hinter die Schulter während sie rufen „Kooomm mit“! Die gleiche Folge wird noch einmal rechts und dann zweimal links wiederholt, oder bis die Hexe wach ist.

Lernziel: Gleichgewicht, Beinstreckung, Rückenbalance, rhythmische Schulung.

 

Flug zur Hexenschule (mit einem Besen oder einem Holzstock): Nun müssen die Hexen sich fertig machen für die Hexenschule. Sie steigen auf den Besen und stehen mit geöffneten Beinen, den Besen/stock halten sie zwischen den Beinen. Die Füße schauen nach außen (2. Position der Füße). Nun beugen die Kinder die Knie und federn im Takt der Musik leicht in den Knien auf und ab. Bis zum Ende der Übung werden die Knie nicht mehr durchgestreckt. Während die Hexen auf dem Besen „reiten“ schauen sie mit flacher Hand an der Stirn über den Horizont, winken anderen Hexen zu. Variation: Kunststückchen auf dem Besen: Die Kinder heben ein Bein seitwärts in die Höhe und strecken es mit angewinkelten Füßen in die Luft. Dabei strecken sie auch das Standbein. Sie setzen das Bein wieder in die gebeugte Ausgangsposition ab und wiederholen die Bewegung mit dem anderen Bein. Lernziel: Gleichgewicht, Oberschenkelstärkung, aufrechte Haltung.

 

In der Hexenschule wartet die strenge Oberhexe. Die Lehrkraft spielt diese Rolle. Sie weist die Kinder in die Hexenübungen ein:

 

Frühgymnastik mit dem Besen: Die Kinder stehen mit etwas mehr als hüftbreit aufgestellten Beinen, nehmen den Besen in beide Hände in etwa 50cm Abstand zueinander und heben ihn horizontal über den Kopf. Dann schwingen sie den Besen horizontal nach links und rechts. Der Oberkörper dreht sich dementsprechend mit. Achten sie darauf, dass die Kinder die Hüfte möglichst still halten. Man kann diese Übung auch im Schneidersitz ausführen. Das erleichtert den Kindern die Hüftfixierung.

Lernziel: Dehnung des Schultergürtels, Rückenstreckung und Wirbelsäulenbeweglichkeit.

 

Besenschwingübung: Die kleinen Hexen müssen Besenschwingen üben aber sie haben keine Lust dazu. Die Kinder sitzen im Strecksitz mit gestreckten Füßen. Der Besen wird wieder horizontal überm Kopf gehalten. Musik: mäßiger ¾-Takt; Text im Sprechgesang zur Musik:

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„Besenschwingen, Besenschwingen.

Immer wieder Besenschwingen.

Einmal hin einmal her.

Lust hab ich schon lang nicht mehr!“

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Während der ersten beiden Gedichtzeilen ziehen die Kinder zweimal den Besen von oben vor die Brust an der Hüfte vorbei und die Beine entlang bis zu den Zehen, um ihn von dort aus im weiten Bogen wieder direkt in die Position überm Kopf zu führen. Der Oberkörper neigt sich mit nach vorne. Bei „einmal hin und einmal her“ sitzen die Kinder aufrecht, halten den Besen hoch überm Kopf und versuchen den Rücken nach rechts und links zu neigen.

 

Bei „Lust hab ich schon lang nicht mehr“ entspannen die Kinder die Position und drücken durch Schnute Ziehen, Kopf auf den Ellenbogen stützen oder ähnliche lustlose Bewegungen aus, dass die Hexe viel lieber spielen würde.

Lernziel: Dehnung der Rücken- und Beinmuskulatur, Kräftigung der seitlichen Rückenmuskulatur, Schwungkrafterfahrung und freie Improvisation, rhythmische Schulung.

 

Hexenbücher: Auch Hexen müssen lesen üben und sie lernen dabei Zaubersprüche lernen. Die Kinder sitzen im Strecksitz, die Arme sind vor der Brust in der Horizontalen Linie lang ausgestreckt. Die Handinnenflächen sind zueinander gedreht. Die Kinder stellen selber das dicke Zauberbuch dar. Gleichzeitig sollen die Kinder nun Arme und Beine parallel zu den Seiten öffnen, wie wenn man ein Buch aufklappt, und wieder schließen.

 

Ein paar mal geht das Buch auf und zu. Wenn sie dann eine interessante Seite mit guten Sprüchen gefunden haben, bleiben die Beine weit geöffnet und das Kind legt sich mit dem Oberkörper zwischen die Beine und tut so als ob es Zeile für Zeile des Buches liest, indem es mit dem Finger von links nach rechts über den Boden zieht. Das Auf- und Zuklappen des Buches und das Lesen können im Wechsel bis zu dreimal wiederholt werden. Hat ein Kind einen guten Spruch gefunden, richtet es sich auf. Hebt den Zeigefinger und sagt Bescheid.

Lernziel: Dehnung der Beine, Stärkung der Adduktoren und Abduktoren,

Rückenstreckung, Koordination von Beinen und Armen.

 

Zaubersprüche: Die Lehrkraft fragt die Kinder, ob sie denn einen schönen Zauberspruch gefunden hätten, und jedes Kind darf sagen, wie der Zauberspruch heißt oder was er verzaubern soll. Es gibt aber auch einen Zauberspruch, den alle Hexen lernen müssen. Dazu setzen sie sich in den Schmetterlingssitz mit aneinander gelegten Fußsohlen. Diese Position symbolisiert den großen Hexenkochtopf.

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„Schlangenhaut und Spinnenbein

müssen in die Suppe rein!

Dreimal rühren wir nach rechts.

Dreimal rühren wir nach links.

Dann stinkt’s!!!“

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Zum Text passend bewegen die Kinder ihre Finger und Arme, schneiden Grimassen und lassen den Kochtopf zum Schluss platzen, indem sie bei dem Wort: “…stinkt’s!!!“, Arme und Beine weit in die Luft strecken.

 

Der Hexenflug: In der Hexenküche ist so viel Rauch und Gestank, dass die kleinen Hexen schnell auf ihren Besen flüchten. Die Kinder steigen wieder auf ihre Besen und reiten im Nachstellschritt schnell durch den Tanzsaal. Dieser Tanz soll die Kinder zu eigener Darstellung animieren. Die Lehrkraft kann helfen, indem sie Angaben macht darüber, was auf dem Flug passiert, wie z.B. über und unter den Wolken fliegen, Kunststückchen ausprobieren, nebeneinander her fliegen etc.

Lernziel: Freie Bewegung im Raum, musikalisches Reagieren auf Musik.

 

Schritte und Schrittkombinationen im Raum:

Zum Abschluss des Unterrichts, in den letzen zehn bis fünfzehn Minuten der Stunde stellen sich die Kinder in einer Ecke des Raumes auf. Diagonal von einer Ecke zur gegenüberliegenden können die Kinder nun Schritte und Kombinationen im Raum tanzen. Hier üben sie, auf Ansage oder nach Musik ihren Einsatz zu machen, die bekannten Schritte, wie Seitgalopp oder Hüpfen ebenso mit der Linken als auch mit der rechten Seite auszuführen, quer durch den Raum zu tanzen, visuellen Kontakt mit ihrem Spiegelbild aufzunehmen, um zu lernen sich über den Spiegel zu kontrollieren oder die Gelernten Schritte mit Handfassungen mit einem Tanzpartner zu tanzen. Oder die Kinder lernen ein kleines Tänzchen.

 

Das Ende der Stunde ist entweder so, dass die Kinder, welche durch die Diagonale einzeln tanzen, den letzten angesagten Schritt aus dem Raum heraus in die Arme ihrer Eltern tanzen oder ich finde die Zeit, alle am Schluss noch einmal in den Kreis zu bitten und eine kleine Schlussverbeugung (die Reverence) zu machen. Es ist für die tanzenden Kinder und deren Familien schön, hilfreich und informativ, wenn die Lehrkraft ein- bis zweimal im Jahr eine Stunde gibt, in der die Eltern und Verwandten zuschauen können. Da können die Kinder zeigen, was sie schon beherrschen, die Eltern können sehen, welche Entwicklung das eigene Kind innerhalb der Gruppe und des Jahres vollzogen hat. Die Lehrkraft hat die Möglichkeit, während des Unterrichts zu erklären, warum welche Bewegung geschieht und welchen Sinn sie hat. Die getanzte Geschichte wirkt verzaubernd und inspirierend für die Zuschauer.

 

Kindertanz ist mehr als „Ringelpietz mit Anfassen“ und kann den Kindern auch im Hinblick auf die Zukunft ein gutes Stück voran helfen. Konzentration, Disziplin, Ausdauer und Struktur sind wichtige Eigenschaften, die auf die späteren Anforderungen in der Schule vorbereiten und durch den Kindertanz schon ins frühe Leben der Kinder eingebracht werden können, ohne ihnen zu schwer auf den Schultern zu lasten.