Mein Bruder vom Bosporus

Eine astrologische Forschungsreise

Begeben wir uns auf eine Reise zurück durch die Zeit in das Osmanische Reich des 19. Jahrhunderts.... ein junger Mann ist auf dem Weg, Großes zu vollbringen....

Mein Reich komme -  der Traum des Mustafâ Kemâl Paşa

Mustafâ Kemâl Paşa, - geboren im Frühling 1881 - ist heute allgemein bekannt als Kemal Atatürk. Sein Name ist eng verbunden mit der Türkei des 20. Jahrhunderts. Er gründete 1923 die Republik Türkei und formte aus ihr das erste souveräne Land mit säkularer Verfassung in der islamischen Welt.


Biographisches - Mustafâ war im Osmanischen Thessaloniki (heute Griechenland), einer Stadt, in er sich seit jeher viele Kulturen und Religionen tummelten, aufgewachsen. Sein Vater war Leutnant und der kleine Mustafâ war begeistert vom Militärwesen. Er besuchte nur kurzzeitig die Schule, weil sein Vater, der vom Sohn sehr verehrt wurde und der vermutlich den Samen für Kemals politischen Realismus setzte, sehr früh starb. Trotzdem setzte der jugendliche Kemal alles daran, seine Ausbildung fortzusetzen und bewarb sich mit 12 Jahren sogar heimlich bei der Militärischen Mittelschule in Saloniki, die er als Viertbester verließ - nach eigenen Angaben habe ihm sein dortiger Mathematiklehrer den Beinamen „Kemal“ (türk: Vollkommenheit) gegeben.


Seine eigene Ausbildung führte Kemal in der Kadettenschule von Manastır weiter und vollendete sie an der Militärakademie in Istanbul als Offizier. In den militärischen Ausbildungsstätten des damaligen Osmanischen Reiches, gab es starke westlich orientierte Reformbestrebungen, die Kemals politischer Gesinnung sehr entsprachen. 


Kemal machte das erste Mal von sich Reden, als er bei seinem Einsatz als Kommandeur der Division, die in der Schlacht von Gallipoli (1915), die britischen Invasoren abwehren konnte. Fortan galt er bei der türkischen Bevölkerung als "Retter von Istanbul", erhielt den Titel „Paşa“  und wurde zum General befördert.


Während der Türkischen Befreiungskriege (1919-1923) gegen fremde Besatzung und politische und wirtschaftliche Bevormundung hat ihn sein Abwehrkampf gegen die Griechen zur Symbolfigur des türkischen Selbstbehauptungswillens und Nationalbewusstseins werden lassen.


Held, ja – Sultans Liebling, Nein
Den Osmanischen Fürsten stand Mustafâ Kemal allerdings schon seit seiner Jugend oppositionell gegenüber. Er hatte sich den geheimen Oppositionsbewegungen angeschlossen, hatte 1909 an der jungtürkischen Revolution gegen den herrschenden Sultan Abdülhamid II. nicht nur teilgenommen, sondern diesen 1909 auch zur Abdankung gezwungen.

Als 1922 die Kemals Heimat unter der Herrschaft des Sultans Mehmed VI. Vahideddin durch den „Vertrag von Sèvres“ unter den Alliierten aufgeteilt worden wäre, war Kemals Stunde gekommen. Er entmachtete den Sultan, übernahm die Macht im Staat und gründete seine Republik Türkei. Fünf Jahre vor dieser Machtergreifung, im Alter von 38 Jahren, hatte Mustafâ Kemal seine Vision einer anderen, modernen Türkei in sein Tagebuch notiert. Seine Zeilen lassen seinen Unmut über die sozialen und wirtschaftlichen Zustände in seiner Heimat erahnen.


„Sollte ich eines Tages großen Einfluss oder Macht besitzen, halte ich es für das Beste, unsere Gesellschaft schlagartig – sofort und in kürzester Zeit – zu verändern. Denn im Gegensatz zu anderen glaube ich nicht, dass sich diese Veränderung erreichen lässt, indem die Ungebildeten nur schrittweise auf ein höheres Niveau geführt werden. Mein Innerstes sträubt sich gegen eine solche Auffassung. Aus welchem Grund sollte ich mich auf den niedrigeren Stand der allgemeinen Bevölkerung zurückbegeben, nachdem ich viele Jahre lang ausgebildet worden bin, Zivilisations- und Sozialgeschichte studiert und in allen Phasen meines Lebens Befriedigung,  durch Freiheit erfahren habe? Ich werde dafür sorgen, dass sie auch dahin kommen. Nicht ich darf mich ihnen, sondern sie müssen sich mir annähern.“ 


Tagebuchaufzeichnung vom 6. Juni 1918 / Quelle: Dietrich Gronau: Mustafa Kemal Atatürk oder die Geburt der Republik. Fischer, Frankfurt am Main 1994, S. 125 f.



Diese Idee, dieser Traum wurde Mustafâ Kemals vorrangiges Ziel, welches der Offizier, mit absoluter Entschlossenheit und viel politischem Gespür verfolgte. Er wollte das türkische Volk mit entsprechenden Maßnahmen, vor weiteren Erniedrigungen bewahren, auf dass nie wieder jemand das Land den „kranken Mann am Bosporus“ nennen sollte, und er wollte die Türkei in eine moderne, europäische Nation des 20. Jahrhunderts umwandeln, so wie z.B. Frankreich eine war.


Der 1918 von Mustafâ Kemal notierte Zukunftstraum (s.o.) inkarnierte sich in der realen Welt mit der Ausrufung/Gründung der Republik Türkei am 29.10.1923, 20:30 in Ankara. 


Und, was mein staunendes Astrologenherz erfreute, war, dass mein erster Eindruck der Graphik des Mundanradix der Türkei, die ganze komplexe Thematik des Landes im Spiegel seiner Konstellationen bestätigte.

Kemals Traum, Türkei

Abb. 1: 29.10.1923 - 20:30 Uhr - Ankara - Ausrufung der Republik

Der Aszendent (Abk: AS) des Staatshoroskops der Republik Türkei liegt im Krebs (ASD 7°50') und bildet eine Konjunktion (Q) zu Pluto (k QASD).


Mundanastrologisch betrachtet, weist diese Konstellation auf eine Gruppe hin, die sich subjektiv und emotional aufgeladen verhält und sich selbst nach außen hin als ein WIR, als eine Familie oder ein Klan auftritt und sich auf dieses Gefühl stützt. Der Pluto am AS zeigt, dass hier eine mächtige, charismatische Persönlichkeit bestimmt, regiert und der Nation ihr Gesicht verleiht – Portraits von Kemal Atatürk lassen mich vermuten, dass er selber einen Skorpion-Aszendenten hatte.


Der Gründer der neuen Republik, Kemal Atatürk, wurde gemäß der Häuser 1 (Verkörperung) und 2 (Territorium), die beide im Krebs liegen, als „einer von uns“, 

als ein Mann aus den eigenen Reihen, geschätzt, denn er war mit der Dynastie des Osmanischen Reiches weder verwandt, noch hatte er jemals ihre Interessen geteilt. 


Es ist weithin bekannt, dass Mustafâ Kemâl Paşa nicht nur der Gründer und Architekt der Republik, sondern bis zu seinem Tod auch als Staatspräsident der politische Machthaber war und dass er über seinen Tod hinaus für andere Staaten und Menschen das offizielle Gesicht der Türkei ist.


Doch nicht nur am Aszendenten, der die Flagge oder das Auftreten und das Gesicht der Gruppe/Nation anzeigt, spiegelt sich Kemal als Gründer wieder. Das Mundanradix der Türkei bestätigt vieles von dem, was Kemal Atatürk  sich schon 5 Jahre vor der Republikgründung erträumt hatte..

Das Gesicht der Türkei

Dick und plakativ am Aszendenten hockt Pluto (k), der charismatisch und autoritär zugleich ist und färbt das Auftreten der Nation. Pluto weist auf Alleinherrschaft, die sich sämtlicher Organe des Staates bemächtigt und nach eigenen Vorstellungen den Rhythmus und die Bedingungen bestimmt, denen die Republik folgen und sich nach außen präsentieren soll.


Der Außenwelt wird signalisiert: „Wir (AS) sind mächtig stark und haben uns transformiert.“ (Pluto am AS -k QAS).„ Nehmt Euch in Acht! Wir kommen aus dem Off und sind Neu und sind die Überraschung des Jahrhunderts!“ (i QMCL)


Damit der Traum der Erneuerung der  Gesellschaft sich so verwirklichte (Pluto-Trigon zu Uranus am Zenith/MC – k T i Q

MC), wie Kemal es in seinem Tagebuch skizziert hatte (s.o.), musste der Staatsgründer entschieden durchgreifen und den Takt angeben.


Dieser Staat sollte von nun an seine Botschaft aussenden, ein moderner, gebildeter, säkularer und an europäischem Vorbildern orientierter Staat (Uranus als Herrscher des 9. Hauses am MC –iQMC), frei und autonom und frei von religiösem Dogma (Wassermann im 9. Haus–K 9) zu sein.


Kemal wurde von vielen Europäern geschätzt und verehrt, er sehnte sich danach, dass seine Türkei den europäischen Nationen gleichgesinnt sei (MC- Herrscher Neptun in Schütze Spitze 3. Haus – j/I/3). 

Doch trotz aller Bemühungen des Gründers, schloss sich diese Wunde des „Mannes am Bosporus“ nicht. Bis ins jetzige Jahrhundert wird seine Republik immer nur als fast europäisch angesehen (Chiron an der Spitze 11. Haus – tKQ11). 


Die Vorbereitungen 

Im Vorfeld der Machtergreifung ließ Kemal Paşa sich 1922 als Oberbefehlshaber mit allen Autoritäten ausstatten. So hatte er die Macht inne, um 1922 zuerst das Sultanat und dann, am 29.10.1923, das Kalifat abzuschaffen und  damit die 823 Jahre alte, theokratische Ära (9. Haus-Herrscher, Uranus Konj. südl. Mondknoten i Q uL) des Osmanischen Reiches zu beenden.


Kurz nach der Gründung der Republik setzte Kemal Paşa eine neue Verfassung ein. Darin wurden Religionsfreiheit, Meinungsfreiheit und Versammlungsfreiheit und ebenso die Gleichheit aller Bürger ungeachtet ihrer Volkszugehörigkeit, Geschlecht, Sprache und Glauben festgeschrieben (Saturn-Merkur-Konj. in Waage im Sextil zu Neptun Spitze 3. Haus – hQd/G5 W j/I3).


Kemal begründete eine neue Staatsideologie, den Kemalismus, die durch die sogenannten 6 Pfeile symbolisiert ist: Sie heißen Republikanismus, Laizismus, Populismus, Revolutionismus, Nationalismus und Etatismus symbolisieren und Kemals Idee von Freiheit und Vaterland, Einheit und Fortschritt. 


Kemal gab den Weg und das Ziel des Staates vor.  

Der Gesellschaftsreformer

Kemâl Paşa, der neue Landesherr, wollte der Nation eine sichere Heimat (Krebs im 2. Haus – D2) geben, das Reich transformieren (Skorpion-Sonne in 5 im Trigon zu Pluto – a/ 5 T k) und sein Volk aus der Lethargie der Dummheit erlösen ( Neptun im 3. Haus – j/ 3), um es sukzessive in die Neuzeit zu führen (Uranus am MC – iMC).


Dank seiner intelligenten Kriegsführung während der Türkischen Befreiungskriege (1919-1921) waren die Feinde (Griechen, Alliierte und Kolonialherren der arabischen Gebiete Nordafrikas) erfolgreich aus dem Land vertrieben worden und Muafâ Kemâl zum Nationalheld erhoben, der sich fortan Paşa nennen durfte. Da er sehr verehrt wurde, war das Volk nach seiner Machtergreifung vielleicht voller Hoffnung für die Zukunft ohne zu wissen, was sie erwarten würde.


Kemal Paşa zog nach der Republik Gründung mit seinem Vorsprung der völligen Erneuerung der Verfassung einen konkreten Strich unter das 823 Jahre alte, monarchische Modell des Osmanischen Reiches. Kühn gab er seinen Landsleuten eine Vielzahl tiefer Veränderungen in Tradition und Gewohnheiten vor:


Die Religion wurde aus dem öffentlichen Leben verdrängt und stattdessen das Zivilrecht eingeführt. Die Scharia wurde radikal abgeschafft, und Kemal verbot das Tragen der orientalischen Tracht mitsamt Turbanen und Schleiern sogar unter Androhung der Todesstrafe. Er führte außerdem die Schulpflicht ein und u.a. die christliche Zeitrechnung. Und da er selbst von der Unterdrückung der Frau gar nichts hielt („...die Frauen sollen ihre Gehirne frei machen und sich mit ernsthafter Wissenschaft befassen.“ Zit. Kemal Atatürk, 1922), trieb er die Emanzipation und Gleichstellung der Frau rasant voran. Er wollte die Rolle der Frauen in der Gesellschaft transformieren (Skorpion-Venus in 5 als Herrscherin von 5 und Mitherrscherin von 11 – e/H, 5), führte zuerst die monogame Ehe und ab und 1930 das Frauenwahlrecht ein (progr. Mond am IC der Türkei – b /PIC).

Abb 2: 1928 Beginn der Alphabetisierung, Progressionen zum Türkei-Horoskop



1928 (s. Abb 3) begann er mit einer Schnurstraks-Volksalphabetisierung (Progressiver  Mond in Konjunktion mit Radix-Neptun - b pQRxj und progressiver Aszendent auf Radix-Pluto -  AS pQk) für die er selber sogar als Lehrer aktiv wurde.


In nur 5 Jahren lernten mehr als 80% der Bevölkerung, in lateinischen Buchstaben Türkisch lesen und schreiben. 

Abb. 3: Mustafa Kemal Paşa als Lehrer

Für die Reformen wurden enorme Energien aufgewendet (Chiron in Widder im Trigon zu Neptun im 3. Haus in Schütze - k

), denn Kemals Türkei sollte sich aus ihrem alten Karma befreien und sich in Zukunft mit Europa und der Welt messen können (Begegnungsachse in 9 – 3. HI; h 9. H). Dadurch aber verlor das Volk, das schon Jahrhunderte lang einen Schmelztiegel vieler, grundverschiedener Ethnien darstellte (MC in Fische – MCL), seine bisherige, eigene, vielschichtige Wort- und Schriftidentität (Neptun, als Herrscher/HR des  MC, an der Spitze des 3. Hauses  - j Q 3). 


Um sein Land als Brücke nach Europa zu etablieren (Saturn-Merkur-Konjunktion im 5. Haus in Waage – hQ d/5) sah Mustafa Kemal Paşa die Notwendigkeit neue, gemeinsame Werte für die Gesellschaft festlegen  und sie damit transformieren (Saturn ist Herrscher des 8. Hauses – 8. HJ). 


Kemal Paşas Plan und die Ausführung desselben erschien ihm zwar als folgerichtig und zukunftsweisend (9. Haus in Wassermann – K9), war aber emotional nicht genährt, was sich vermutlich im heutigen, politischen Geschehen um Reycep Erdoğan wiederspiegelt. 


Der Staatsgründer verlor, während er seinen Einheitsstaat formte, die Bürger, ihre Bedürfnisse und Rechte aus dem Blickfeld (unaspektierter Mond im 12. Haus). 

Ich vermute sogar, dass er kaum wirklich emotionales Interesse an den einzelnen Menschen hatte, sondern vielmehr von der Idee seines laizistischen, europäischen Staates inspiriert war. 


Die ehemalige Monarchie wurde durch ihn keineswegs zur Demokratie. Stattdessen entschied und vollzog Kemal seine Reformen im jungen Staat  über die Köpfe der Bevölkerung hinweg (Türkei-Mond im 12. Haus - b 12. H ). 


Das Volk und die Regierung

(s. Abb. 1) Das zu regierende Volk, symbolisiert durch die Stellung des Mondes (Mond b), hatte seine eigenen Tempi.


Der einzige unaspektierte Planet im Türkei-Radix ist der Mond. Es gibt keinen emotionalen Kontakt. Das Volk (Mond b) hat von der Schlusslicht-Position des 12. Hauses aus, gar nichts zu melden. Kemal sah in ihm, wenn ich sein Zitat von 1918 (s.o.) richtig deute, unterbemittelte, niveaulose

Unwissende, die man „...zur Bildung heranziehen müsse...“ ( Merkur als Herrscher des 12. Hauses in Waage in Konjunktion mit Saturn im 5. Haus – GdQ h/5) und die die gesellschaftlichen

Gepflogenheiten europäischer Vorbilder anzunehmen hätten (

Merkur in Waage im 5. Haus – Gd/5).  

(Abb. 1) Der Krebs-Aszendent (ASD) im Türkei-Radix ist zwar ein Zeichen für ein kollektives, nationales Grundgefühl, doch die Bevölkerung fühlte sich gar nicht als eine Einheit, sondern eher wie ein hin und her geschobenes Findelkind ( unaspektierter Mond im 12. Haus – b/12). Für den Staatsgründer waren sie unweigerlicher Bestandteil seines erdachten Konzepts (Mond in Zwillinge – bC).


Daher blieben die Menschen, besonders die in den nicht urbanen Gebieten, weiterhin ihrer Tradition treu. Fast unbeeinflusst von den neuen Gesetzen oder europäischen Vorbildern pflegten sie weiterhin ihre Riten und Gewohnheiten und sprachen heimlich weiterhin ihre Sprachen, obwohl es bei Strafe verboten war. Mit der Schaffung einer Republik nach europäischem Vorbild nahm der „Arme Bruder am Bosporus“ selbständig und selbstbestimmt seine Rolle als wichtige Brücke zwischen Asien und Europa (Merkur-Saturn-Konjunktion in Waage im 5. Haus - GdQ h/5) ein.


Die Bevölkerung selbst hatte keine eigenen Ansprüche (Jungfrau-IC – ICF), und folgte mehr oder weniger der „großen Sache“. Saturn gab hier eine neue Norm vor (Saturn in Konjunktion zum Mond- und IC-Herrscher, Merkur). Doch da die  Bevölkerung 1928 noch nicht soweit war, sich als Einheit oder als Brücke nach Europa, also auch zugehörig zur „Völkerfamilie“ Europas zu sehen, wollten viele den angeordneten Reformen nicht ohne Widerstand folgen.


Das Prinzip des Kemalistischen Nationalismus allerdings unterstützte oder legitimierte die seit jeher gelebten Fehden der Volksgruppen untereinander und gegen empfundene „Nichtfamilienmitglieder“ wie z.B. den Minderheiten wie Christen oder Kurden etc. (Pluto-Quadrat zu Waage-Mars; MC und südl. MK-Herrscher: Schütze-Neptun im T-Quadrat mit Skorpion-Venus 5 und Lilith im Stier/11 – k S Gf; Ij S He+LB 


Daher kam es in den Folgejahren immer wieder durch einzelne Ethnien oder durch geistliche Gegner der Säkularisierung zu Aufständen gegeneinander oder gegen die Regierung.

Bis heute scheint der Kontakt zwischen Regierung und Volk nicht barrierefrei abzulaufen. Alle paar Jahre gibt es (bewaffnete) Widerstände oder Militärputsche, die in Ordnung bringen wollen, was zuvor aus dem Ruder gelaufen ist. Man blickt – zumindest von außen – gar nicht durch und bekommt leicht den Eindruck, dass auch in der 4./5. Generation nach Staatsgründung die Regierung selten wirklich im Interesse des Volkes oder im Interesse der Integration handelt oder gehandelt hat. Man schottet sich im Inneren lieber gegen die scheinbar unkontrollierbaren Minderheiten (Fische-MC -  MCL) ab. Es scheint, die  Machthaber hätten mehr Angst vor den Ethnien im eigenen Land als vor z.B. islamistischen Bedrohungen von außen, wie der IS oder der Hamas. 


Der Vater der Nation  

Kemal Paşa war eine stolze, charismatische Persönlichkeit. 

Fotos von ihm zeigen einen edlen, feingliedrigen Herren mit strengem, durchstechenden Blick. Seine Haltung ist stolz aber in sich gekehrt. Aus seinen Aufzeichungen und Zitaten erkenne ich einen Fische-Charakter, weil er immer die Welt aber nicht den Menschen im Blick hatte und in der dem Fische-Zeichen eigenen Skrupellosigkeit handelt. Anhand der Bilder des Staatschefs würde ich ihm glatt einen Skorpion-Aszendenten zuschreiben. Noch mehr, wenn man weiß, dass Skorpion-Aszendenten-Typen nicht nur eine magische bis furchteinflößende Ausstrahlung haben können, sondern weil sie überall, wo sie auftreten, einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. So hat er z.B. Politiker und Feldherren sehr beeindruckt, so dass sie den europäischen Kollegen mitteilen wollten, dass sie in Kemal Paşa auf jeden Fall einen ernst zu nehmenden Zeitgenossen erkennen sollten, wie es Zitate von z.B. W. Churchill oder Douglas Mc Arthur belegen.

Und er wird im Ausland auch 80 Jahre nach seinem Tod, trotz der Tatsache, dass er bekannterweise nicht nur ein edler Retter, sondern auch ein Gewaltherrscher war, noch immer respektvoll als der modernste und innovativste Präsident und Reformer des 20. Jahrhunderts angesehen. 


WennKemal Paşa tatsächlich im Skorpion-Aszendenten geboren wäre, würde sein astrologisches 5. Haus im Zeichen Fische liegen und Uranus (Freiheit), den MC (Ziel) und die MK- Achse 3-9 (Bildung und höhere Bildung) des Türkei-Radix einbeziehen.


Generell beschreibt das 5. Haus den Archetypus der Vaterschaft und der Kinder. Der Vater übernimmt Verantwortung für die Kinder, die er gemacht hat, und lehrt sie zu leben und ihre Rolle in der Welt einzunehmen, und die Kinder sichern ihm das Überleben seines „Stammes“. Im Zeichen Fische wird das Ego zugunsten der gestellten Aufgabe (Erziehung) zurückgenommen. Der Vater opfert all seine Kraft den Kindern.  


Das einzige Kind des Kemal Paşa  war die Republik Türkei, die wiederum über ihren MC (Zenithpunkt), der die Gesellschaft und die staatlichen Autoritäten symbolisiert, in Fische (MCL), seine „Vaterschaft“ widerspiegeln würde.  


Im 12. Jahr seiner Herrschaft erhielt Kemal Paşa im Zuge  der Einführung von Familiennamen in der Türkei,  vom Volk den Namen 'Atatürk' (türk: Vater der Türken). Bis heute trägt sein Name dieses liebevolle Attribut, welches seine Rolle als Schöpfer der neuzeitlichen Türkei klar definiert. 


Seine politische Ideologie blieb nach seinem Tod (10.11.1938) bis auf ein paar, von Traditionellen Kräften eingeforderten Rücknahmen aus der Verfassung, erhalten und wurde bis 1946 weiter ausgebaut. Sie hätte auch nie gewagt, ihn oder sein Werk zu kritisieren, denn noch 13 Jahre nach seinem Tod wurde ein Gesetz erlassen, welches bei Strafe verbietet, Atatürk zu beleidigen oder zur Beleidigung Atatürks anzustiften (Pluto am AS der Türkei – k QAS).